Alternative zum Stringwalking????

Fragen, Themen die das System Bogen incl. Anbauteile betreffen
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ullr
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Alternative zum Stringwalking????

Beitrag von ullr » 5. Nov 2019, 08:50

Ich persönlich halte Stringwalking für eine unästheische Art des Bogenschießens, die erstens die ursprüngliche Technik des Bogens, nämlich das sorgfätige Tillern (handwerkliche Tätigkeit bei der Herstellung eines Bogens/Wurfarme) ad absurdum führt
und zweitens zu extremem Verhalten des Pfeil-Bogensystems im Schuß führt. Das stört mich als technikaffinen Menschen der auch Respekt vor dem Können des Bogenbauers hat.
Letztendlich ist diese Technik ja nur dazu da, Regeln beim Blankbogenschießen zu umgehen.
Ist schon mal jemand auf die folgende Idee gekommen?
Vorschlag:
1. Visiereinrichtung:
1.1. Visiermarkierungen an der Rückseite des Bogenmittelteiles, z.B. querliegende Holzmaserung. Die Tarnung dieser unerlaubten Maßnahme überlasse ich dem Schützen/In :D ... Schließlich sind die Markierungen auf der Sehne beim Stringwalking auch unerlaubt...
1.2. Langer Pfeil
2.Visieren:
2.1 Anschlag unter dem Jochbein nahe am Zielauge.
2.2 Das Zielen im Anschlag:
Die Pfeilspitze wird immer auf eine Senkrechte im Zielpunkt gerichtet. Der Bogen wird gehoben oder gesenkt, bis der (schräge) Pfeilschaft waagerecht die Zielmarkierung auf der Hinterseite des Bogenmittelteiles kreuzt. Die Pfeilspitze wandert dann, je nach Entfernung nach oben oder unten. Zur Verstärkung des Visierbildes lassen sich auch Ringmarkierungen auf den Pfeilen anwenden, die dem Kampfrichter/In als künstlerische Gestaltung verkauft werden könnten.
Gruß und klar doch,
"Gut Schuss!"
Christian
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6pack
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Re: Alternative zum Stringwalking????

Beitrag von 6pack » 5. Nov 2019, 23:08

Naja, Ideen hatte ich schon einige. :lol:
Deine Idee hat grundsätzlich schon was, auch wenn ich mir nicht ganz vorstellen kann das sie ähnlich präzise ist wie Abgreifen. Ich mache da teilweise Korrekturen in Sehnengarndicke.
Deine Abneigung gegen die Vergewaltigung der Bogengeometrie kann ich auch verstehen. Ich persönlich kann damit leben und freue mich über gute Scores trotz dieser schrägen Zieltechnik.

Die Anpassungen am Pfeil kann ich mir ganz gut vorstellen, statt der Ringe könnte man ja auch seinen Namen dick und fett an die entsprechende Stelle schreiben ;)

Das Regelwerk bezüglich der "Markierungen / Zielhilfen" am Bogenfenster ist leider recht eindeutig und lässt kaum Spielraum.

Für die die es schon länger nicht gelesen haben:
22.3.1.1. Multi-coloured bow risers, and trademarks located on the inside of the upper and lower limb or on the riser are
permitted. However if the area within the sight window is coloured in such a way that it could be used for aiming, then
it must be taped over.


Ich habe bei meinem Spigarelli Revolution sogar die werksseitig vorhandenen Schrauben im Bogenfenster schwärzen müssen :?
Bei der Tarnung müsste man schon seeeehr kreativ sein.
Eventuell mit einem Stück Papiermaßband von Ikea das Bogenfenster abkleben :roll:
Ich formuliere meine Antworten so das sich die Tasten der Tastatur gleichmäßig abnutzen.
Scharf geschossen wird mit Spigarelli Revolution Barebow / WNS Premium Alpha Fiber/Foam 70" 30# und Oak Ridge Dymond 35# für's traditionelle zwischendurch ;)

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Kitty
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Re: Alternative zum Stringwalking????

Beitrag von Kitty » 6. Nov 2019, 15:44

ullr hat geschrieben:
5. Nov 2019, 08:50
Ich persönlich halte Stringwalking für eine unästheische Art des Bogenschießens, die erstens die ursprüngliche Technik des Bogens, nämlich das sorgfätige Tillern (handwerkliche Tätigkeit bei der Herstellung eines Bogens/Wurfarme) ad absurdum führt
und zweitens zu extremem Verhalten des Pfeil-Bogensystems im Schuß führt. Das stört mich als technikaffinen Menschen der auch Respekt vor dem Können des Bogenbauers hat.
Deine Aussagen zum Stringwalking kann ich immer wieder aufs neue 1000%ig zustimmen. Für mich käme alles im Bereich Bogenschießen im Zweifel in Frage, aber kein Stringwalking.
Im Grunde ist es eine Vorstufe des Visierschießen. Man möchte die Präzision haben, aber kein Visier dranschrauben.
Wenn Markierungen zulässig sein sollen, dann kann ja direkt olympisch Recurve geschossen werden. Für mich übrigens für ästhetischste Variante des Bogenschießens.
MK Alpha RH~Uukha VX1000 34,5# bei 29,6"~BYC8125G 16 Strang~Easton X10 Stabis~TEChro VBar~Shibuya Ultima Rest~Button & Klicker v. Beiter~SL QuestX~X7 1914 mit 4" Gaspro RH & ACE 670 mit 1 3/4" Spinewings RH

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Waldgeist
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Re: Alternative zum Stringwalking????

Beitrag von Waldgeist » 9. Nov 2019, 14:53

Dann getrau ich mich mal: Ich zähle zur Gruppe derer, die ausschließlich dem intuitiven (instinktiven) Bogenschießen nachgehen, Als solcher
empfinde ich das Stringwalking wenn schon als Betrug (so wie zuvor beschrieben) dann als Selbstbetrug. Ob ich nun über die Pfeilspitze visiere oder durch ein optisches Visier schaue ist für mich am Ende nämlich nur noch eine finanzielle Frage. Ja, zugegeben - sehr zugespitzt; aber schnell ist man dann nämlich bei den Reglements der div. Verbände ...
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landbub
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Re: Alternative zum Stringwalking????

Beitrag von landbub » 10. Nov 2019, 11:52

ullr hat geschrieben:
5. Nov 2019, 08:50
Die Tarnung dieser unerlaubten Maßnahme überlasse ich dem Schützen/In :D ... Schließlich sind die Markierungen auf der Sehne beim Stringwalking auch unerlaubt...
Daran wird es schon scbeitern. KRs lieben es, Schussfenster und besonders das Rückteil des selbigen abkleben zu lassen. Wenn da nur irgendwas zum zielen taugt, dann gehst Du bei der Materialkontrolle mal einen Meter nach rechts, wo Isolierband und Schere liegt, und darfst erst mal einen Verband anlegen.
ullr hat geschrieben:
5. Nov 2019, 08:50
Der Bogen wird gehoben oder gesenkt, bis der (schräge) Pfeilschaft waagerecht die Zielmarkierung auf der Hinterseite des Bogenmittelteiles kreuzt. Die Pfeilspitze wandert dann, je nach Entfernung nach oben oder unten.
Vielleicht verstehe ich das falsch, aber ich denke, Du beschreibst hier nur eine Abwandlung des Gap-Shootings oder Point-of-Aim (diese Begriffe werden scheinbar beliebig vernwendet), wo man seine "Schnittlinie mit der Spitze" halt auf der Auflage hat. "50m 80er Auflage, Spitze auf 12:00 in die 3, dann landet er in der 6". Dieses "Gap" überträgst Du auf den Bogen.
Viele Schützen machen das auch umgekehrt. Um grosse Crawls zu vermeiden, hält man unter das Ziel. Beispiel: auf 18m reichen mir 6mm Abgriff, um auf 6:00 auf den 1er Ring der 40er Auflange zu halten. Ankerplatte unterm Jochbein. Um die Spitze ins Gold zu bringen, müsste ich knapp 25mm abgreifen. Wozu?

landbub
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Re: Alternative zum Stringwalking????

Beitrag von landbub » 10. Nov 2019, 12:00

Waldgeist hat geschrieben:
9. Nov 2019, 14:53
aber schnell ist man dann nämlich bei den Reglements der div. Verbände ...
Aber genau darum gehts doch! Um in der vom (jew.) Verband definierten Bogenklassen und Berücksichtigung und Ausnutzung des Regelwerks ein maximum an Ringen zu erzielen.
Bei mir in der Hallte trainieren derzeit einige IB Schützen für die Hallenrunde. Die schiessen da in der Blank-Klasse mit, es gibt kein IB in der Halle. Die, die auch dort intuitiv schiessen, eiern so bei 400 Punkten rum. Die, die sich ein System (egal welches) zugelegt haben, kommen an durchschnittliche BBler ran, wo man dann halt so zwischen 480 und 500 landet.
Draussen, grad bei 3D mit allen Distanzen unbekannt, egalisiert sich das ein wenig, weil hier halt die Schätzfehler zuschlagen.

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ullr
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Re: Alternative zum Stringwalking????

Beitrag von ullr » 10. Nov 2019, 13:25

Hallo Landbub,
Ja, ich denke, dass ich so ein Verfahren wie Du es schilderst, meine. Ich bin hinsichtlich Blankbogenschießen Laie...
Dankeschön!
Gruß und klar doch,
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pardalis
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Re: Alternative zum Stringwalking????

Beitrag von pardalis » 21. Nov 2019, 14:16

ullr hat geschrieben:
5. Nov 2019, 08:50
...
Letztendlich ist diese Technik ja nur dazu da, Regeln beim Blankbogenschießen zu umgehen.
...
Hallo,

ich bin Blankbogenschütze und "benutze" das Stringwalking. Mal davon abgesehen, dass Blankbogen genauso wie z.Bsp. Compound und Recurve eine eigene Bogenklasse ist und wie alle anderen Bogenarten seine Eigenarten hat würde mich mal interessieren, welche Regeln durch das Stringwalking beim Blankbogenschießen umgangen werden?

VG
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Re: Alternative zum Stringwalking????

Beitrag von ullr » 21. Nov 2019, 15:56

pardalis hat geschrieben:
21. Nov 2019, 14:16
ullr hat geschrieben:
5. Nov 2019, 08:50
...
Letztendlich ist diese Technik ja nur dazu da, Regeln beim Blankbogenschießen zu umgehen.
...
Hallo,

ich bin Blankbogenschütze und "benutze" das Stringwalking. Mal davon abgesehen, dass Blankbogen genauso wie z.Bsp. Compound und Recurve eine eigene Bogenklasse ist und wie alle anderen Bogenarten seine Eigenarten hat würde mich mal interessieren, welche Regeln durch das Stringwalking beim Blankbogenschießen umgangen werden?

VG
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Jeder Blankbogenschütze mit Stringwalking benutzt die Mittenwicklung um den Abgangswinkel zu bestimmen.
Noch einmal: Ich habe großen Respekt vor dem Blankbogenschießen und stufe diese Disziplin als die schwierigste Bogendisziplin ein.
Gruß und klar doch
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6pack
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Re: Alternative zum Stringwalking????

Beitrag von 6pack » 21. Nov 2019, 16:52

Buch 4
WA Regeln für Feldbogenschießen und 3D
22.3.5. Die Position der Finger an der Sehne und im Gesicht darf verändert werden.


Es wird also keine Regel gebrochen. Im Gegenteil, sowohl Stringwalking als auch Facewalking sind explizit erlaubt.
Jedenfalls in Österreich nicht, ist das in Deutschland anders?
(Mir fällt gerade auf das man die Techniken sogar kombinieren dürfte.)

Alle ins Gold (auch mit unästhetischen Schießtechniken ;) )
6pack
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