Pfeilschwingung/Eine These

Fragen, Themen die sich mit dem Pfeil und dem Pfeilflug an sich befassen
abgemeldet01

Re: Pfeilschwingung/Eine These

Beitrag von abgemeldet01 »

mark1968 hat geschrieben: 22. Feb 2024, 06:42 ...
Und wenn Du ehrlich bist, kommst Du auch nicht umhin, die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass die Finger durchaus einen erheblichen Einfluss auf die Sehne haben können, oder? :roll:
Ja. Ich habe lange Zeit in der Entwicklung gearbeitet. Und ich kenne da Überraschungen auf die niemand gefasst war, im Positiven wie im Negativen... Hier beim Bogenschießen gibt es über die Innenballistik und dazu gehört auch der Start des Schusses, keine wirklich auswertbaren Unterlagen. Die einzige technische Ausrüstung die vernünftig ähnliche Probleme (Zusammenwirken Mensch-Waffe, Außenballistik) untersucht, ist das Scatt System. Das ist aber für die Innenballistik der Waffe nicht anwendbar.
Just my five Cents... ;)
Gruß und klar doch,
"Gut Schuss!"
Christian
Sebastian Rohrberg
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Re: Pfeilschwingung/Eine These

Beitrag von Sebastian Rohrberg »

Moin.
Es gibt noch eine interessante Tatsache.
Schützen mit kurzen ersten Fingergliedern brauchen weichere Pfeile als Schützen mit langen ersten Fingergliedern. Ebenso brauchen Kuppenschützen weichere Pfeile als Tiefhakenschützen.
Und es wäre vielleicht mal interessant zu definieren was "Lösefehler" sind. Denn ich denke die gibt es gar nicht, denn sie sind nur ein Symptom von Spannungsverlust im Schuss oder nicht vorhandener Spannung.
abgemeldet01

Re: Pfeilschwingung/Eine These

Beitrag von abgemeldet01 »

Sebastian Rohrberg hat geschrieben: 27. Feb 2024, 11:29 Moin.
Es gibt noch eine interessante Tatsache.
Schützen mit kurzen ersten Fingergliedern brauchen weichere Pfeile als Schützen mit langen ersten Fingergliedern. Ebenso brauchen Kuppenschützen weichere Pfeile als Tiefhakenschützen.
Und es wäre vielleicht mal interessant zu definieren was "Lösefehler" sind. Denn ich denke die gibt es gar nicht, denn sie sind nur ein Symptom von Spannungsverlust im Schuss oder nicht vorhandener Spannung.
Du bezeichnest diese Angabe als Tatsache. Da gehe ich davon aus, das es dafür auch wissentschaftlich-technische Untersuchungen gibt. Hier ist eine Magisterarbeit von Brian Horsak, Bakk. rer. nat. aus dem Jahre 2008
Ich zitiere aus dieser Arbeit:
Elektromagnetische und videobasierende Systeme haben sich bis heute als sehr probates
Mittel für Gang- und Bewegungsanalysen etabliert. Solche Systeme unterliegen einer sehr
schnellen, technologischen Entwicklung und werden zu immer mächtigeren Analysetools.
Wir haben heute 2024. Das heißt, diese Systeme müßten schon häufig diese Tatsache untersucht haben. Hast Du dafür Literaturhinweise?
Ach ja, der Titel dieser Magisterarbeit ist
Eine kinematische Analyse der Fingerbewegung beim
Lösen der Sehne im Recurve-Bogensport
Ich habe darin keinen einzigen Hinweis auf Deine Tatsache gefunden.
Gruß und klar doch,
"Gut Schuss!"
Christian
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mbf
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Re: Pfeilschwingung/Eine These

Beitrag von mbf »

Wenn in einer Magisterarbeit die These aufgestellt wird, dass ein bestimmtes Verfahren sich in absehbarer Zeit zu einem Standard etablieren wird, ist das erst einmal eine Aussage, die mit Vorsicht zu genießen ist. Sowas findet man häufiger in Master- oder ähnlichen Arbeiten. Was sich dann etabliert, findet sich im Laufe der Zeit, insbesondere wie das Thema aufgegriffen wird. Manchmal auch nicht. Und dann findet man eben auch nichts mehr dazu.
Oder doch, es wird von Verbänden für den Leistungssport eingesetzt, die werden aber wahrscheinlich nicht viel dazu publizieren. Auch dann gibts nichts.

Ansonsten wurde in der Arbeit genau ein Schütze untersucht, eine Untermauerung der Aussage von Sebastian kann daher aufgrund dieser Arbeit nicht erfolgen. Insofern ist sie für dieses Thema nur bedingt hilfreich, außer, dass sie beschreibt, wie man eine dafür erforderliche Analyse durchführen kann.
Grüße, Matthias

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Sebastian Rohrberg
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Re: Pfeilschwingung/Eine These

Beitrag von Sebastian Rohrberg »

Moin.
Ich denke man kann aus den Ergebnissen dieser Arbeit auf den Einfluss der Finger auf die Sehne schließen. Somit auch darauf, dass unterschiedliche Finger einen unterschiedlichen Einfluss haben.
Um die Abstimmung von Pfeilen geht es in der Arbeit nicht.
b_der_k_te
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Re: Pfeilschwingung/Eine These

Beitrag von b_der_k_te »

Verflixt, gleich Zwei waren schneller als ich und haben genau darauf hingewiesen worauf ich hinaus wollte...
Ein paar Anmerkungen habe ich doch noch:
Aus der angesprochenen Masterarbeit geht auch klar ersichtlich hervor wie (zeitlich) lange die Fingerglieder benötigen um (von der Sehne) aufgeklappt zu werden - bei diesem einen Probanden. Außerdem gibt es ein Diagramm in dem man sieht das sich die Sehne, während dieses Aufklappens, sowohl nach vorne, als auch seitlich bewegt während die Finger noch Sehnenkontakt haben. Die Auflösung im Diagramm lässt nur leider nicht zu diesen Versatz tatsächlich millimetergenau abzulesen.

Einen gewissen Hinweis gibt es in dieser Masterarbeit durchaus: Der Proband hatte ja ein steifes Fingerglied am Ringfinger und deklarierte während der Versuchsdurchführung jene Schüsse die er mit tiefen Haken vollzog als die "besseren" bzw. "saubereren", als wenn er die Sehne nur von den Fingern Fingerkuppen gleiten ließ.
abgemeldet01

Re: Pfeilschwingung/Eine These

Beitrag von abgemeldet01 »

b_der_k_te hat geschrieben: 27. Feb 2024, 15:22 Verflixt, gleich Zwei waren schneller als ich und haben genau darauf hingewiesen worauf ich hinaus wollte...
Ein paar Anmerkungen habe ich doch noch:
Aus der angesprochenen Masterarbeit geht auch klar ersichtlich hervor wie (zeitlich) lange die Fingerglieder benötigen um (von der Sehne) aufgeklappt zu werden - bei diesem einen Probanden....
Diese Arbeit stammt aus 2008. Mich hat sie sehr stark interessiert, weil ja die Möglichkeit besteht, dass die Fingerbewegung nach dem Lösen die Abstimmung Pfeil-Bogen beeinflussen könnte. Bei den ausgeführten Berechnungen und der praktischen Überprüfung durch Vergleich unbefiederter/befiederter Pfeile auf 10-18m waren die Ergebnisse immer positiv. Ein Einfluss langer oder kurzer Fingerglieder zeigte sich in keinem Fall.
Gruß und klar doch,
"Gut Schuss!"
Christian
Sebastian Rohrberg
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Re: Pfeilschwingung/Eine These

Beitrag von Sebastian Rohrberg »

Moin.
Dann müssen deine praktischen Untersuchungen fehlerhaft sein.
abgemeldet01

Re: Pfeilschwingung/Eine These

Beitrag von abgemeldet01 »

Sebastian Rohrberg hat geschrieben: 27. Feb 2024, 17:01 Moin.
Dann müssen deine praktischen Untersuchungen fehlerhaft sein.
[Sarkasmus] Ja, natürlich, die praktischen Überprüfungen haben das ja gezeigt...[/Sarkasmus]
Nur zur Erinnerung: Jede Abstimmung Pfeil-Bogen wurde im Beschuss wie geschildert überprüft.
abgemeldet01

Re: Pfeilschwingung/Eine These

Beitrag von abgemeldet01 »

Sebastian Rohrberg hat geschrieben: 27. Feb 2024, 15:05 Moin.
Ich denke man kann aus den Ergebnissen dieser Arbeit auf den Einfluss der Finger auf die Sehne schließen. Somit auch darauf, dass unterschiedliche Finger einen unterschiedlichen Einfluss haben.
...
Oh, jetzt redest Du über die individuelle Einstellung des Visieres. Das ist ja was ganz anderes... Stell Dir bloss mal vor, welchen Einfluss die Lage des gespannten Bogens im Endauszug für einen Einfluss auf die Trefferlage hat. Da spielen die Fingerchen auch nur eine Rolle.
Um die Abstimmung von Pfeilen geht es in der Arbeit nicht.
Richtig. Aber die Pfeilschwingung ist nicht eine Frage der Visiereinstellung, sondern der Abstimmung
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