WNS Motive oder Akusta Tenbris

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Tosch
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WNS Motive oder Akusta Tenbris

Beitrag von Tosch »

Hallo zusammen,

ich möchte zeitnah mit dem Bogenschießen anfangen und werde erstmal gelegentlich am Wochenende mit Freunden aktiv sein. Ein Verein und Bogengeschäft ist in unmittelbarer Nähe und dort werde ich auch mal vorbei schauen.

Auf der Homepage des Bogenhändlers habe ich den WNS Motive FX mit den Wurfarmen C5 sowie Akusta Tenbris gefunden die mir sehr gut gefallen. Diese schaue ich mir an und werde sie auch austesten.

Ich weiß diese sind für fortgeschrittene, allerdings möchte ich nicht in einem Jahr wieder dort hin fahren um mir einen neuen Bogen zu kaufen daher gebe ich zu Beginn etwas mehr Geld aus.

Könnt ihr mir Eure Erfahrungen über die beiden mitteilen um mir die Entscheidung etwas zu erleichtern oder habt ihr vielleicht noch eine andere Empfehlung?

Vielen Dank im voraus.

Schönen Sonntag Euch!
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mbf
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Re: WNS Motive oder Akusta Tenbris

Beitrag von mbf »

Willkommen!

Ich habe jetzt nur kurz über die beiden Mittelteile drübergeschaut, aber technisch scheinen die von der Papierform her in Ordnung zu sein. Der Punkt ist, dass es inzwischen eine fast unüberschaubare Zahl von Ausrüstungsgegenständen wie eben Mittelteile und Wurfarme gibt, die sich allesamt nichts geben. Wenn ich bei meinem Händler schaue, dann hängen da in der Preisklasse bis, sagen wir mal, 250 EUR ein gutes Dutzend oder mehr Mittelteile herum, mit denen man allesamt in der Bundesliga oder auf einer deutschen Meisterschaft schießen kann, wenn der Trottel dahinter mitspielt.

Von daher ist das wichtigste Kriterium: die Farbe. :mrgreen:

Wobei man aber auch ein paar härtere Fakten in der Tat nicht vernachlässigen sollte: der Griff muss passen. Da gibt es durchaus mehr oder weniger subtile Unterschiede. Also mal in die Hand nehmen und wenn möglich ein paar Pfeile schießen. Was da passt, weiß man aber meist erst mit ein wenig Erfahrung in der ganzen Sache.

Bei den Wurfarmen... die würde ich erst kaufen, wenn Du auf Deinem Zielzuggewicht oder kurz davor angekommen bist. Sooo groß sind die Unterschiede bei den Standardwurfarmen jetzt nicht, als dass man da viel gewinnen würde. Es gibt Leihprogramme seitens der Händler, die bei einem späteren Kauf sogar Mieten anrechnen.

Und natürlich das Wichtigste zum Abschluss: stelle sicher, dass Du jemanden findest, der Dir das Schießen und den grundsätzlichen Umgang mit der Bogentechnik beibringt, damit Du langfristig Spaß an der Sache haben wirst. Die Standardempfehlung ist die Suche nach einem Verein. Und auch hier kann man anführen, dass da vielleicht ein Leihbogen am Anfang die bessere Wahl sein kann. Das alles findet man aber auch noch öfters hier ausgeführt. ;)
Grüße, Matthias

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ullr
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Re: WNS Motive oder Akusta Tenbris

Beitrag von ullr »

Hallo Tosch, willkommen hier im Forum.
Ein wenig Beratung über die Auswahl der Systeme bei einem Anfänger...
Zuerst: Welchen Bogentyp möchtest Du schießen? Recurve oder Compound? Bedenke bitte beim Compound, dass dieses System langfristig Deine Schultergelenke weitaus höher belastet als jeder Recurve. Die Begründung für diese Aussage findes Du auf meiner Homepage.
Wählst Du Recurve, dann achte darauf , dass Du möglichst kurze Wurfarme nimmst, da hast Du einen besseren Wirkungsgrad und kannst somit die Endhaltekraft geringer wählen. Das klappt auch bei längeren Auszugslängen, dass bei kurzen Wurfarmen die Zugfinger eingeklemmt werden, ist ein Märchen, außer du hast sehr kurze Finger. Die Endhaltekraft sollte bei Männern anfangs nicht über 30lbs gehen.
Fang mit Al-Pfeilen von Easton (Keine chinesischen, die taugen absolut nichts) an und bleibe eine Saison mit den Schussentfernungen unter/bis 50m.
Ich wünsche Dir viel Spass bei diesem schönen Sport, hier im Forum Bogensportwissen bist Du gut aufgehoben. ;)
Gruß
Christian
https://cnentwig.home.ktk.de/
Vergleich Compound-Recurve:
https://cnentwig.home.ktk.de/18_12_14_V ... ecurve.pdf
One of the greatest tragedies in life
is the murder of a beautiful theory
by a gang of brutal facts.
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Radian
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Re: WNS Motive oder Akusta Tenbris

Beitrag von Radian »

Hallo,

willkommen bei eine der schönsten Nebensachen der Welt! Beide Mittelstücke sehen für mich gut aus, Dein Ansatz, die bei einem Händler in die Hand zu nehmen, bevor Du kaufst, ist sicher der beste Weg. Optimal aus meiner Erfahrung ist es, wenn man in einem strukturierten Verein schießt, die Auswahl mit seinem Trainer zu besprechen, im Idealfall geht der mit ein paar Anfängern dann gemeinsam zum Bogenhändler- das hat mir damals einige Fehlkäufe gespart (ich schieße das Material jetzt fast 28 Jahre, außer Wurfarmen hat sich da nicht viel geändert ).

Du hattest nicht gesagt, in welche Richtung Du gehen möchtest- olympisch Recurve oder Blankbogen?
Bei Blankbogen solltest Du darauf achten, welche Möglichkeiten Du hast, ggf. noch zusätzliche Gewichte am Mittelstück anzubringen- wenn Du Turniere schießen willst, sollte das Ganze dann noch durch einen 12cm Ring passen....
Bei olympisch Recurve macht ein Monostabilisator Sinn, 28- 30 Zoll- je nach Geldbeutel, leicht, dünn und steif ist immer gut- leider kann man nur jeweils zwei dieser Merkmale mit "günstiger Anschaffungspreis" kombinieren, da kann Dein Trainer abschätzen, was für Deine Ziele sinnvoll ist.
Einige Schützen haben bei uns auch mit Hilfe der Trainer gebrauchte Mittelteile oder Sets bei Ebay oder im Verein gekauft- auch das kann sich lohnen.
Beispiel Hoyt GMX mit Win&Win Stabilisation und Shibuya Ultima Carbonvisier: 500 Euro (Kim Woojin hat mit dem Mittelstück bei den Olympischen Spielen 2016 den damaligen Weltrekord von 700 Ringe auf 70 m geschossen- da muss man wohl länger nicht mehr über ein Upgrade nachdenken...).

Du solltest da aber nur Bögen mit Wurfarmaufnahme ILF- System kaufen, nur da hast Du ein großes Angebot vieler Hersteller an Wurfarmen von günstig bis Spitzenklasse- und gerade am Anfang sinnvoll: auch viele Leihwurfarme bei Bogensportfachhändlern.

Je nach Finanzlage würde ich priorisieren: 1) Mittelstück so hochwertig wie möglich, 2) Visier und Button (mindestens Mittelklasse),
3) Monostabilisator (nach Geldbeutel), Wurfarme (Leihwurfarme oder günstige Einsteigermodelle, aus denen wirst Du schnell rauswachsen).

Zum Mittelstück: Deine Technik kann sich entwickeln, die Griffschale, die heute passt, muss eventuell später modifiziert oder ersetzt werden. Wir haben immer selber daran rumgebastelt, heute gibt es aber viele gute, sehr unterschiedlich gestaltete Griffschalen von spezialisierten Herstellern (Rcore, JagerArchery etc.).Wenn Du Dein Mittelstück länger schießen möchtest, kann es sich lohnen, da mal nachzuschauen, welches von beiden eventuell auch alternative Griffschalen zulässt.

Alle ins Gold
Radian
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Kitty
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Re: WNS Motive oder Akusta Tenbris

Beitrag von Kitty »

Guten Morgen, wenn du gerade erst anfangen möchtest, d. h. noch nicht einmal weißt, ob das Bogenschießen langfristig für dich etwas ist, würde ich erst Mal nur das aller nötigste kaufen. Ich habe in den letzten 10 Jahren sehr viele Leute anfangen gesehen, von denen nach einem Jahr nichts mehr zu sehen war. Meiner Meinung nach sollte man das ganze mindestens 1 Jahr machen, um festzustellen, ob man dauerhaft dabei bleiben möchte. Erst dann lohnt es sich, ein Mittelteil, ggf. ein Visier, ggf. ein Stabis zu kaufen. Später, wenn das gewünschte Zuggewicht erreicht ist, können Wurfarme gekauft werden. Vorher kann alles beim Händler gemietet werden. Pfeile, Tab, Köcher müssen direkt gekauft werden. Da hält sich der finanzielle Aufwand aber auch in Grenzen, wenn das Ganze doch nicht den erhofften Spaß bringt.
Bogenschützin mit Leib und Seele, seit nun mehr als 10 Jahren
olympisch Recurve
wettkampfinteressiert
Feldbogen und Scheibenschießen
aktiv im DFBV und DSB, gering aktiv im DBSV

„Bogenschießen ist mein Leben“ - Lisa Unruh
landbub
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Registriert: 23. Okt 2018, 21:59

Re: WNS Motive oder Akusta Tenbris

Beitrag von landbub »

ullr hat geschrieben: 8. Jan 2023, 11:09 H
Wählst Du Recurve, dann achte darauf , dass Du möglichst kurze Wurfarme nimmst, da hast Du einen besseren Wirkungsgrad und kannst somit die Endhaltekraft geringer wählen. Das klappt auch bei längeren Auszugslängen, dass bei kurzen Wurfarmen die Zugfinger eingeklemmt werden, ist ein Märchen, außer du hast sehr kurze Finger.
Das kann man so sehen, aber nur bei Split Finger. 3Under will immer einen möglichst langen Bogen. Siehe die typischen BB Hersteller wie Gillo: da gibts Mittelteile mit 27 und 29" nicht ohne Grund. Auch das prozentual geringere "ausserhalb der Mitte ziehen" bei tiefen Crawls spielt da eine grosse Rolle.

Nebbenbei: Uukha VX1000, 36# otf
70" Long: 218 fps
28" Med: 216 ftp

viel Unterschied in der Peformance macht das nicht.
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ullr
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Re: WNS Motive oder Akusta Tenbris

Beitrag von ullr »

landbub hat geschrieben: 10. Jan 2023, 15:05 ...
Das kann man so sehen, aber nur bei Split Finger. 3Under will immer einen möglichst langen Bogen. Siehe die typischen BB Hersteller wie Gillo: da gibts Mittelteile mit 27 und 29" nicht ohne Grund. Auch das prozentual geringere "ausserhalb der Mitte ziehen" bei tiefen Crawls spielt da eine grosse Rolle.
...
Hallo Landbub, mit "Split Finger" meinst Du einen Finger über dem Pfeil, und zwei unter ihm?
Mit 3Under habe ich nicht den Hauch von Erfahrung. Meine gesamten Untersuchungen beziehen sich immer auf einen Bogen, der konvertionell, also "Split Finger" gespannt wird. Oder mit einem Release, dass unmittelbar unter dem Pfeil angreift.
Und "Danke" für den Hinweis.
Gruß und klar doch,
"Gut Schuss!"
Christian
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mark1968
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Re: WNS Motive oder Akusta Tenbris

Beitrag von mark1968 »

ullr hat geschrieben: 8. Jan 2023, 11:09 Hallo Tosch, willkommen hier im Forum.
Ein wenig Beratung über die Auswahl der Systeme bei einem Anfänger...
Zuerst: Welchen Bogentyp möchtest Du schießen? Recurve oder Compound?
Ich gehe davon aus, da er sich explizit nach Recurvebögen hier erkundigt, dass er auch damit starten möchte.
ullr hat geschrieben: 8. Jan 2023, 11:09 Bedenke bitte beim Compound, dass dieses System langfristig Deine Schultergelenke weitaus höher belastet als jeder Recurve. Die Begründung für diese Aussage findes Du auf meiner Homepage.
Hier bin ich immer noch nicht bei Dir. Die Technik einen Compound auszuziehen (und damit auch die Gelenk- und Muskelbelastung) ist anders und viel kürzer in der Zeitspanne als beim Recurvebogen. Ich kenne dutzende von ehemaligen Recurveschützen, die durch Schulterprobleme auf den Compound umgestiegen sind aber keinen der wegen Problemen hier von Compound auf Recurve umgestiegen ist (es sei den auf minimales Zuggewicht von 18-24#). Ich selbst gehöre zu den Umsteigern auf Compound. Nach Jahrzehnten auf Recurve konnte ich das Recurvezuggewicht nicht mehr händeln und hätte wegen geringem Training auf geringstes Zuggewicht umstellen müssen. Mit meinem Compound (52#) kann ich, auch nach wochenlanger Pause, ohne jegliche Probleme schießen. Nicht mehr vorhandene Schulterprobleme bestätigte mir auch mein Orthopäde.
ullr hat geschrieben: 8. Jan 2023, 11:09 Wählst Du Recurve, dann achte darauf , dass Du möglichst kurze Wurfarme nimmst, da hast Du einen besseren Wirkungsgrad und kannst somit die Endhaltekraft geringer wählen. Das klappt auch bei längeren Auszugslängen, dass bei kurzen Wurfarmen die Zugfinger eingeklemmt werden, ist ein Märchen, außer du hast sehr kurze Finger. Die Endhaltekraft sollte bei Männern anfangs nicht über 30lbs gehen.
Fang mit Al-Pfeilen von Easton (Keine chinesischen, die taugen absolut nichts) an und bleibe eine Saison mit den Schussentfernungen unter/bis 50m.
Ich wünsche Dir viel Spass bei diesem schönen Sport, hier im Forum Bogensportwissen bist Du gut aufgehoben. ;)
Gruß
Christian
Die Bogenlänge (auch die der Wurfarme richtet sich nach der Auszugslänge. Bei über 30/31" "stacked" der Bogen oft hinten (je nach Hersteller). Da muss halt auch schonmal ein 70"-Bogen her. Das sind so meine Erfahrungen nach 47Jahren Bogensport. :?

OFF-TOPIC:
Bei allem Verständnis für physikalische Berechnungen im Bogensport. Ich bin nach wie vor wahnsinnig fasziniert, wie und was man dort alles berechnen kann. ABER, eines vermisse ich bei diesen (Deinen) Berechnungen immer wieder. Den variabelsten Teil beim Bogensport:
DER SCHÜTZE!
Das Fühlen, Empfinden, Sich-Wohl-Fühlen lassen sämtliche Berechnungen außer acht. Und das funktioniert final nicht. Wenn sich ein Schütze mit 68" Bogen wohler fühlt, soll er diesen schießen. Er wird damit besser sein als mit einem 66", wo immer ein Unbehagen mit sich trägt. So individuell jeder Schütze ist, so individuell wird auch sein Material sein. Ja, es gibt "Grundeinstellungen", die man machen kann und ja auch sollte. Aber nach und nach kommen die ganzen, individuellen Feinheiten, die sich eben niemals berechnen lassen. Wir hatten das Thema schon an andere Stelle: PLACEBO. (zu gegebener Zeit werde ich dazu einen neuen Beitrag eröffnen, wo wir das gerne ausführlicher diskutieren können. Ca. Mitte Februar).

Gruß
der Markus
Mentaltrainer für Sportpsychologie
psychologischer Berater
MentalCoachArchery
Karte für Shops, Vereine und 3D-Parcours
Autor für:
BogensportMagazin
Archery Focus Magazine (USA)
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